Programm 2017

Perfect Impedances - Daphne Oram

Visionen der Medienkunst 6

Ausstellung|Visionen der Medienkunst | 25. 03. 2017 - 07. 04. 2017

Ort: Neubaugasse 40a, 1070 Wien
Öffnungszeiten: Fr, Sa, Mo 14 - 18 Uhr

Eröffnung: 24.3.2017 19 Uhr
KuratorIn: Gerda Lampalzer, alien productions

FLUSS realisiert gemeinsam mit der Medienwerkstatt Wien nun schon das sechste Jahr eine Reihe von (Ausstellungs-)Projekten, in der historische programmatische Schriften und Ideen aktuellen künstlerischen Haltungen zur Seite gestellt werden.

Diesmal wirdl die Komponistin und Pionierin der elektronischen Musik Daphne Oram (1925-2003) die künstlerische Leitfigur des Projekts sein. Oram war nicht nur die erste Leiterin des BBC Radiophonic Workshops, wo sie mit einem Sinuswellenoszillator, einer frühen Bandmaschine und selbstdesignten Filtern elektronische Klänge für den Sender herstellte, sondern gründete mit den Oramics 1959 auch das erste Studio für elektronische Komposition in Großbritannien. Oramics war auch der Name einer von ihr selbst entwickelten Maschine für grafische Tonerzeugung: auf 16mm Film gezeichnete Texturen modulierten das Licht, das über Fotozellen wiederum in Klang umgesetzt wurde.

Dieser medienübergreifenden Maschine Daphne Orams werden ausgewählte Projekte von drei zeitgenössischen Künstlerinnen - Liesl Ujvary, Tamara Wilhelm, Stefanie Wuschitz - gegenübergestellt, die dem Gedanken folgen, zur Produktion ihrer Arbeit sich auch die Werkzeuge selbst anzufertigen. Open Source und Hacking spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Ihre Arbeiten werden in den Räumen der Medienwerkstatt Wien installiert und ausgestellt. Ergänzend dazu findet ein Workshop mit Stefanie Wuschitz statt und zur Finissage ein Vortrag von Anna Steiden mit anschließendem DJ-Set von Laminadyz. Wie in den Vorjahren wird online ein Blog mit theoretischem Anschauungsmaterial eingerichtet und betreut.

http://visionendermedienkunst.mur.at

24. 3. 2017, 19 Uhr Eröffnung mit Performance von Liesl Ujvary und Tamara Wilhelm
4. 4. – 6. 4. 2017 Workshop mit Stefanie Wuschitz (Mz* Baltazar’s Lab)
7. 4. 2017, 19 Uhr Finissage, Vortrag Anna Steiden, DJ Laminadyz

Als Teil von  PERFECT IMPEDANCES findet ein Workshop mit Mz* Baltazar’s Labaratory statt.
Di 4. April –  Do 6. April  2017
Maximal 10 TeilnehmerInnen, Eintritt frei
Medienwerkstatt Wien, Neubaugasse 40a, 1070 Wien
Anmeldung unter: stefanie.wuschitz@gmail.com
Detail-Infos werden nach Anmeldung zugesandt

In diesem Workshop nähern wir uns unterschiedlichen Methoden feministischen Hackens. Wir beschäftigen uns mit Schaltkreisen, ein wenig Programmieren und unserem Ausdruck von Gender Performance.
Tag 1: Elektronikteile kennenlernen und Noise Schaltkreise basteln
Tag 2: Arduina installieren und ausprobieren
Tag 3: Eigene Sensoren und Sensorinnen bauen und kleine eigene Projekte umsetzen

Das Projekt ist gemeinsam mit dem Indonesischen Citizen Lab namens 'Lifepatch' entwickelt worden, insbesondere in Zusammenarbeit mit Cindy Lin Kaiying, Andreas Siagian und Timbil Budiarto.

Künstler/-innen:

Liesl Ujvary

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Geboren: 1939
Nationalität: Austria
Lebt in: Vienna

http://ujvary.mur.at

Geboren am 10. Oktober 1939 in Pressburg/Slowakei.
1945 nach Österreich, Kindheit in Niederösterreich und Tirol.
Studium in Wien und Zürich (Slawistik, althebräische Literatur, Kunstgeschichte).
Mehrere Moskauaufenthalte. Dissertation über Ilja Ehrenburgs \"Julio Jurenito\".
1968 Dr. phil. der Universität Zürich.
1969/70 Lehrauftrag für russische Sprache und Literatur an der Sophia University (Jesuitenuniversität) in Tokio.
1970/71 einjähriger Fortbildungskurs für Russischlehrer an der Patrice Lumumba Universität in Moskau.
Seit 1971 als Schriftstellerin in Wien.
Poesie, Prosa, Hörspiele, Fotos, Musik. Künstliche Intelligenz, Computerkunst.
Arbeiten fürs Kunstradio / ORF. Übersetzungen Russisch-Deutsch. Diverse Preise und Stipendien.

Tamara Wilhelm

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Geboren: 1977
Nationalität: Austria
Lebt in: Wien
Website: http://wilhelm.klingt.org

geb. 1977, studierte Computermusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Abstrakte elektronische Musik, improvisierte Musik, Klanginstallationen. Organisatorische und kuratorische Tätigkeit für die Konzertserie velak gala, die sich elektroakustischer und experimenteller elektronischer Musik widmet, und beim Institut für Medienarchäologie. Seit 2001 befasst sie sich außerdem mit experimentellem Instrumentenbau und gemüseadäquater Komposition beim Vegetable Orchestra.
Veröffentlichungen u.a. Möström „We Speak Whale“, Noid/Uchihashi/Wilhelm „I Hope It Doesn´t Work“, The Vegetable Orchestra „Onionoise“
Startstipendiatin für Musik, Artist in Residence Stipendien in Berlin, Belgrad und Litauen.

Seit einigen Jahren gilt ihr besonderes Interesse der DIY Elektronik und der klangliche Bandbreite einfacher Oszillatoren, die auf Zweckentfremdung von gewöhnlichen elektronischen Bauteilen beruhen. Das dabei entstehende Klangmaterial verwendet sie in musikalischen Zusammenarbeiten. Schwerpunkte liegen dabei auf Abstraktion, rhythmische Strukturen, Strategien für improvisierte Musik, kollektives Erarbeiten von Kompositionen, dem Zusammenwirken von Elektronik mit akustischen Instrumenten und Stimme. Es entstanden Bands und Ensembles, wie etwa Möström (mit Susanna Gartmayer, Bassklarinette und Elise Mory, Keyboards), Rheuma3000 (mit Christian Rainer, Text und Stimme und Philip Leitner, puredata), Noid/Uchihashi/Wilhelm (mit Noid, Cello und Kazuhisa Uchihashi, Gitarre und Daxophon).

Soundinstallationen verwirklicht sie gerne mit minimalistischen Schaltungen zur Übersetzung von Umweltvariablen in Klang, der Transformation von Umgebungsklang durch simplen Prinzipien wie Schallreflexion in Rohren oder der Erzeugung von imaginiertem Klang.

Das Duo z.b.: … mit Barbara Kaiser konzentriert sich auf Performances, die mit vielfältigen Mitteln eine Idee einkreisen, be- und umschreiben, einen großen thematischen Bogen spannen und dafür Installationen, Videos, Fotografie, Performance, experimentelle und improvisierte Musik einsetzen.

Organisatorisch tätig ist sie seit 2010 bei velak, dem Verein für elektroakustische Musik, der seit etwa zehn Jahren kollektiv eine monatliche Konzertserie betreut. Diese Plattform bietet Raum für abstrakte elektronische Musik aus Wien und überall.

http://wilhelm.klingt.org

Stefanie Wuschitz

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Nationalität: Austria
Lebt in: Wien
Website: www.grenzartikel.com/

Als Künstlerin und Forscherin beschäftigt sich Stefanie Wuschitz mit neuen Formen der aufkommenden DIY-Kultur, des Feminismus und des Hacktivism. Sie hat ihren Master an der Universität Wien an der Angewandten Kunst abgeschlossen, ebenso das NYU ITP Masterprogramm in NYC. Während ihres Digital Art Stipendiums in Schweden gründete sie den feministischen Hackerspace Mz* Baltazar’s Laboratory. 2014 beendete sie ihren PhD an der Universiät für Technologie in Wien.
Seit März 2015 ist Stefanie Wuschitz Teil einer interdisziplinären Forschungsgruppe an der University of Michigan.
Aussstellungen (Auswahl): Arthall Budapest HU 2004, Gallery The Parlour, UK 2005, Goethe Institute Damaskus, SY, 2006, Kunsthaus Graz, AT, 2007, Videonale Kunstmuseum Bonn, 2007, Sinopale Sinop TUR, ITP Spring and Winter Show US 2007, Austrian Cultural Forum NYC, US, 2007, Northern Center of Photography FI, 2008, Länsmuseet Västernorrland SE 2009, Norrlands Operan SE 2009, WOCHENKLAUSUR, UK 2011, Fringe Festival Taipei 2011, Academy of Fine Arts Krakow 2011, OKNO, Bruessels 2012, Science Friction 2014 DK, GPL Contemporary 2014, Bouillants FR 2015, Jogja Contemporary, ID 2015, Art|Jog|8 ID 2015, House of Electronic Arts CH 2015
Stafanie Wuschitz hält Workshops u.a. an der University of Michigan, Kunsthochschule Kassel, Institute of Contemporary Art Moscow, Bartlett University College London, Shih-Chien University Taipei, Transmediale Berlin, Karlsruhe Institute of Technology, Harvest Works NYC.