Programm 2021

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

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„Aufwachen“, © Anne Glassner

„Aufwachen“, © Anne Glassner

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

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Anne Glassner Schlafperfomance, Foto: Julius

Anne Glassner Schlafperfomance, Foto: Julius

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

Thetaphase © Norbert Math

Thetaphase © Norbert Math

Ausstellungsansicht_Foto: Michael Michlmayr

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„Hotel Bogota“, © Karen Stuke

„Hotel Bogota“, © Karen Stuke

Portrait Christina Schachtschabel © Elfi Mikesch

Portrait Christina Schachtschabel © Elfi Mikesch

Amnesia . Positionen zum Schlaf

Ausstellung| 22. 05. 2021 - 13. 06. 2021

Ort: Schloss Wolkersdorf, Galerie 2
Öffnungszeiten: Sa, So, Feiertag 14 - 18 Uhr

Eröffnung: 22.5.2021 14 - 20 Uhr

Teilnehmende Künstler*innen: Anne Glassner, Norbert Math/Andrea Sodomka, Elfie Mikesch, Karen Stuke

Eskapismus im Schlaf, im Vergessen und im Gedächtnisverlust. Schon Säuglinge reagieren auf Stresssituationen (z.B. Lärm) mit spontanem Einschlafen. Covid19 hat eine große Müdigkeit zur Folge. Tatsächlich Erkrankte leiden manchmal noch Monate danach an starken Fatigue-Syndromen. Aber auch die Gesellschaft als Gesamtkörper ist – wie in allen längeren Krisensituationen – mit Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schlafbedürfnis, Depression konfrontiert. Im Schlaf verschließt man wörtlich die Augen vor der Realität. In Morpheus Armen wiegt sich der Mensch im Vergessen. Im Schlaf wird die Pausetaste gedrückt. Die aktive Wahrnehmung stoppt für eine Weile. Andere Erlebniswelten steigen aus dem Unterbewusstsein empor und übernehmen die Empfindungen.

Während Träume in ihrer psychoanalytischen und narrativen Qualität schon seit langem einen prominenten Platz in der Kunstproduktion (z.B. im Surrealismus) einnehmen, scheinen sich nur wenige Künstler*innen für den Schlaf als Strategie des Vergessens zu interessieren. Dabei zeigen sich gerade hier grundlegende Affekte, die sowohl Individuen als auch Gesellschaften betreffen. Die Nähe zur Amnesie, dem Gedächtnisverlust, ist offensichtlich. Wenn Schlaf zur Epidemie wird, spricht man von Schlafkrankheit. Hierzu sind etwa die Überlegungen von Oliver Sacks zur Enzephalitis lethargica, der großen europäischen Schlafkrankheit, in seinem Buch Awakenings zu nennen.

AMNESIA versammelt vier künstlerische Schlaf-Positionen abseits von Traum und dessen Symbolik.


Anne Glassner setzt sich in ihren ortsspezifischen Interventionen mit den Themen Schlaf, Bewusstsein und Identität auseinander. Der Schwerpunkt ihres Werkkatalogs, der anlässlich der Ausstellung präsentiert wird, zeigt diese Auseinandersetzung, die unter anderem in Schlafperformances ihren Ausdruck findet. In ihrem Werk geht es um die Offenlegung von Privatem, um die Verarbeitung von Erinnerungen und Eindrücken, Sichtbarmachen des vermeintlich Unsichtbarem und Verstecktem, um die Grenzen von Wahrheit und Fiktion, Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung.

Karen Stuke „portraitiert“ sich selbst beim Schlafen in verschiedenen Hotelzimmern. Sie benutzt dazu eine Lochkamera, um solcherart die gesamte Schlafdauer auf ein Bild zu bannen.

Norbert Math / Andrea Sodomka versuchen im Projekt „Thetaphase - Schlafradio“, Radiokunst in einen Bereich zu bringen, der abseits von aufmerksamer Rezeption liegt. Viele Menschen haben die Gewohnheit sich von ihrem Radiowecker in den Schlaf wiegen zu lassen. Das selbe Gerät erfüllt zwei entgegengesetzte Funktionen: In den Schlaf wiegen und aufwecken - und zwar in der selben Lautstärke und im selben Sendekanal. Welche Funktion erfüllt wird entscheidet sich nur durch die Tatsache, wer – Mensch oder Radio zuerst aktiv ist. Mensch schaltet Radio ein – Radio schaltet Menschen ab. Radio schaltet Menschen ein - Mensch schaltet Radio ab.

Elfi Mikesch bewegt sich in ihren Fotografien noch am nächsten zum Traum, allerdings in einer Weise, in der Fakt und Fiktion ununterscheidbar werden: Zwischen den Bildern befindet sich eine Autobiographie, zerlegt in die Sphären der Fakten, der Erinnerung, der Träume und der Gespräche mit Monika Treut und Rosa von Praunheim in der Gegenwart.