Schwerpunkte

Christian Tschinkel_Klangteppich

Christian Tschinkel_Klangteppich

Christian Tschinkel_Wotrubakirche_Wien

Christian Tschinkel_Wotrubakirche_Wien

Christian Tschinkel _ Portrait

Christian Tschinkel _ Portrait

Christian Tschinkel_Kuppelsaal TU_Wien

Christian Tschinkel_Kuppelsaal TU_Wien

Workshop mit Christian Tschinkel

KLANGBILDER

25.07.2020 - 01.08.2020

Eröffnung: 25.7.2020
Öffnungszeiten: 10-18 Uhr

Der Begriff Akusmatik bezeichnet eine Musik, deren Klangerzeugungsmittel nicht sichtbar und meist auch nicht identifizierbar sind. Es entsteht eine Situation reinen Hörens, da die Aufmerksamkeit nicht durch eine sichtbare oder vorhersehbare Klangquelle beeinflusst wird. Beim Workshop werde ich mich auf jenes Thema stützen, das vom Erfinder der Musique acousmatique Francois Bayle ausgeht, nämlich das des i-son (image de son / Klangbilder) um einen Bezug zur Bildhaftigkeit in der Kunst und zur Geschichte der Fotowochen in Wolkersdorf herzustellen.

Laut Bayle löst akusmatische Musik ohne dem Zutun von visuellen Reizen, das heißt nur durch die reduzierte Wahrnehmung des reinen Hörens in den Hörenden eigene „Bildwelten" aus. Er leitet von ihnen eine Art eigener Philosophie hinsichtlich dieser speziellen Musik und ihrer klangverräumlichenden Darbietungsmethode des Klanges ab: Klangbilder, die durchaus in Zusammenhang mit der Körperhaftigkeit von Klängen im Raum zu Sound embodiments (d.h. Spuren verkörperter Interaktion und Spuren des Körpers im Klang zu erkennen und nachzuvollziehen) erweitert werden können.

Der Workshop gibt einleitende Gedanken in dieses Musikdenken wider und zeigt anhand von selbst produzierten Klängen der Teilnehmer*innen das hörbare Resultat mithilfe eines kleinen Lautsprecherorchesters.

Zur Durchführung benötigt man einige Rechner mit einem einfachen Stereo-Soundinterface und einem Editor-Programm. Von ersten Skizzen über rudimentäres Mix und Mastering bis zur Klangregie mit ihren speziellen Raumfiguren kann ein kompletter Produktionsprozess innerhalb der Workshopdauer durchgeführt werden. Am Ende des Workshops werden diese Arbeiten in Form eines (Gespräch-)Konzerts präsentiert.

 

Christian Tschinkel ist Gründer und Betreiber des Akusmonautikums in Wien. Studium der Psychologie und Musikwissenschaft an der Uni Graz. Lehrgang für Computermusik und elektronische Medien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Kurs- und Seminarbelegungen in Tontechnik, Musiktherapie, Kulturmanagement, Kapellmeisterausbildung, Filmmusik und Klangregie. Erste musikalische Erfahrungen in verschiedenen Bläserensembles, Blaskapellen und einer Rockband, nach Produktionen als Fusion-Trompeter von der Vorstellung geleitet, originäre Musikwerke im Sinne eines Kinos für die Ohren zu schaffen. Seit Mitte der 2000er Jahre Beschäftigung mit akusmatischer Musik. Aufbauend auf Theorien zu Pop(Musik), Entwicklung des Konzepts einer Popakusmatik, das sich auf psychologischer und philosophischer Ebene mit der Wahrnehmung des (alltäglichen und monumentalen) Lautsprecherklanges zwischen Kunst, Musik, Sound und Design befasst. Akusmonautik als weitergedachte Form der Musikauffassung, die u. a. die Metapher des Abhörens eines Flugschreibers (in bevorzugter Weise der Black Box eines UFOs) gebraucht.