PROGRAMM 2018

VORSCHAU

Das Jahr 2018 wird ein Jahr des Erinnerns. Jahrestage historischer (Groß-)Ereignisse werden den öffentlichen Diskurs nicht nur, aber vor allem in Österreich prägen. Ob es nun 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges, Ende der österreich-ungarischen Monarchie und Ausrufung der Ersten Republik sind, das 80Jahr-Gedenken an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, oder die sogenannten Studentenrevolten der 68er-Bewegung vor 50 Jahren – alle diese werden in eine Erinnerungspolitik einfließen.

Als eines der wesentlichen Merkmale der Fotografie wurde von Anfang an immer ihr dokumentarischer Charakter genannt, ihre Erinnerungsfunktion. Ich fotografiere um mich zu erinnern. Ereignisse, die es wert scheinen, ins individuelle oder kollektive Gedächtnis einzugehen, werden durch die Apparatur aus dem Zeitfluss gelöst und solcherart konserviert.

Durch Gebrauch und Kontextualisierung der Fotografie in ihr jeweiliges mediales Umfeld scheint sich das Phänomen umzukehren. Ich fotografiere um zu vergessen.

Wenn sich, wie Gilles Deleuze meint, alles Vergangene im Gegenwärtigen ausdrückt, und somit alles in allem sich politisch gründet, wird die exakte Verortung der Fotografie in einem Feld, in dem Erinnern und Vergessen nicht im Widerspruch stehen, sondern sich im Gegenteil bedingen, zum entscheidenden Faktor für das Narrativ von Geschichte (siehe Post Truth), das wir fortschreiben.

Diesem Feld, seinem Narrativ und den daraus entstehenden Bildern (Klängen, Texten, Handlungen) sind die 30. Weinviertler Fotowochen 2018 mit Workshops und Vorträgen unter dem Titel Erinnern >< Vergessen gewidmet, sowie die partizipative Installation Wem gehört das Land? des Klangkünstlers Bruno Pisek und des Foto- und Filmkünstlers Helmut Wimmer mit dem sprechchor in Zusammenarbeit mit der Musikschule Wolkersdorf. Auch das Projekt Images, Tropes and Narratives mit StudentInnen der School of Art, Design and Architecture an der Aalto Universität in Helsinki beschäftigt sich mit dieser Thematik.

Internationale Austauschprojekte und -austellungen mit Frankreich (Phot'Aix), Island (Ultima Thule), Moldawien (moldaWIEN) und wie oben erwähnt Finnlandergänzen das Programm. Weiters steht eine weitere Folge der Reihe Visionen der Medienkunst mit der Medienwerkstatt Wien und eine Beteiligung an der Retrospektive des niederösterreichischen Künstlers Otto Potsch auf dem Programm, sowie Workshops, TiefenschärfenGespräche und SchülerInnen/Jugendprojekte.

FLUSS

Online Portfolios der Mitglieder

Die Portfolios der Mitglieder werden regelmäßig ergänzt.